Von der ursprünglichen Vegetation ist auf den Kapverden nur noch wenig zu finden.  Ursache sind vor allem die Beweidung der Inseln, die Brennholzgewinnung, die Bodenbewirtschaftung sowie das Einschleppen fremder Arten seit dem Beginn der Besiedelung im 15. Jahrhundert.

Auf den Kapverden gab es nie eine geschlossene Walddecke. Die natürliche Vegetation ist ausgesprochen artenarm, bekannt sind nur ca. 250 Arten. Durch die Ansiedelung neuer Pflanzenarten erhöhte sich die Zahl im Laufe der Zeit auf ca. 850, von denen ca. 90 endemisch sind.

Kapverdische Glockenblume

Hibiskus

Bougainvillea-Strauch

 Spargelpflanze auf Maio

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Trotz der relativen Artenarmut ist die Vegetation aufgrund der unterschiedlichsten Landschaftsformen auf engstem Raum sowie der Verschiedenartigkeit der Inseln recht heterogen. Die Küstengebiete weisen vor allem salztolerante krautige Arten auf, die Ribeiras sind von Tamarisken- und Palmengebüschen bewachsen. Die Luv-Hänge der gebirgigen Inseln haben aufgrund des feuchteren Klimas eine üppige, als Federbusch bezeichnete, Gebüschvegetation zu bieten. Wichtige Pflanzenarten dort sind die Kapverden-Wolfsmilch sowie Arten der Familie der Köpfchenblütler oder der Rauhblattgewächse. Die Steilhänge sind Heimat der Gänsediestel. Eine der schönsten Blumenarten des Archipels ist die Kapverdische Glockenblume.

Palmenhain

(Maio)

Drachenbaum

(São Nicolau)

Agaven

(São Nicolau)

 Hochgebirgsflora

 (Fogo)

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1

7

Besonders in höheren Lagen sind an steilen Hängen oft Agaven zu finden. Auf Santo Antão und besonders auf São Nicolau gibt es noch etliche Exemplare das Drachenbaums. Häufig trifft man auf den Inseln Akazien an. In den Oasen der Wüsteninseln dominieren Palmen. Ein völlig ungewöhnliches Bild bieten die Kiefernwälder um den Cova-Krater und den Pico da Cruz auf Santo Antão.

 Fauna

Auf den Kapverden gibt es keine gefährlichen Tiere, einzig und allein der bis zu 20 cm lange Hundertfüßer (Skolopender) kann für den Menschen unangenehm werden. Wenn sich das scheue Tier bedroht fühlt, überträgt es ein skorpionartiges Gift, dass jedoch nicht lebensgefährlich ist.

Silberreiher

(Santo Antão)

Schmetterling

(São Nicolau)

 Strandkrabbe (São Nicolau)

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8


Säugetiere

Vor der Besiedelung waren Fledermäuse die einzigen Säugetiere auf den Inseln. Alle anderen wurden durch den Menschen eingeschleppt. So stammt die Meerkatze vom afrikanischen Festland, Ratten und Mäuse kamen mit den Schiffen, und die Nutztiere brachten die Siedler mit.

Vögel

Die Kapverden haben einige endemische Vogelarten zu bieten. Von den Landvögeln ist dies vor allem die Razo-Lärche, die auf gleichnamiger Insel zu Hause ist. Andere sind der Graukopflist, der Kapverdische Purpurreiher und der Kapverdische Rohrsänger. Von Seevögeln gibt es einige große Kolonien von Sturmtauchern, Sturmschwalben, Brauntölpen, Rotschnabeltropik- und Pracht-Fregattvögeln - und, nicht zu vergessen: der Alcatraz (Tölpel).

Reptilien und Amphibien

Schlangen gibt es auf den Inseln nicht, dafür aber Echsen. Häufig sind die kleinen Geckos zu beobachten. An saisonalen Wasserläufen kommen Frösche vor.

Insekten und Spinnen

Die Insektenfauna ist ausgesprochen vielfältig. Zu den schönsten zählen die vielen Arten der Schmetterlinge. Es gibt schätzungsweise 100 Spinnenarten, von denen gut die Hälfte endemisch ist.

Meeresfauna

Die Meeresfauna um den Archipel ist sehr artenreich. Neben Fangfischen wie Thunfisch, Blue Marlin, Brassen, Makrelen und Muränen, die neben Tintenfischen, Krebsen, Schnecken- und Muschelarten sowie Langusten den Menschen als Nahrungsquelle dienen, hat das Kapverdische Seegebiet zahlreiche tropische Fischarten wie Papageienfische, Schnapper, Husarenfische, Pfeilhechte, Kugelfische, Igelfische, Westafrikanische Kaiserfische, Doktorfische u.v.m. zu bieten. Verschiedene Haiarten, Rochen, Delphine und Wale sind ebenfalls zu beobachten. Zu den Meeresbewohnern zählen weiterhin die Meeresschildkröten die insbesondere auf den Inseln Maio und Boavista ihre Eier ablegen.